Neuheit: Druckluftspeicher für Strom aus Windkraft- und Solaranlagen

Gepostet am November 15, 2012 in news, Projekte | Keine Kommentare

Ein Problem, das mit der Energiewende verbunden ist, bleibt, dass Wind und Sonnenschein keine verlässlichen Energiequellen darstellen. Während an manchen Tagen die Sonne nicht scheint und kein Wind weht, produzieren diese Energiequellen an anderen Tagen so viel Strom, dass das Stromnetz diesen nicht restlos abnehmen kann. Dieses Problem könnte durch einen geeigneten, kostengünstigen Zwischenspeicher gelöst werden. Wie das Innovationsmagazin Technology Review in seiner aktuellen Online-Ausgabe berichtet, geht die Physikerin Danielle Fong davon aus, eben diesen gefunden zu haben. So schlägt sie vor, den auf diese Weise überschüssig produzierten Strom in Pressluft umzuwandeln und diese – abweichend von bisherigen Ansätzen – in geeigneten Tanks zu speichern. Die 24 Jahre junge Forscherin glaubt, dass sich dadurch die Rentabilität von erneuerbaren Energien entscheidend verändern würde.

Die Idee, Pressluft als Zwischenspeicher zu nutzen, ist nicht neu und wird bereits seit geraumer Zeit innerhalb diverser Pilotprojekte getestet. Mit Hilfe des von Windkraft- und Photovoltaikanlagen gewonnenen Stroms wird Luft beträchtlich verdichtet und kann zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf als Antrieb für Turbinen zur Stromerzeugung genutzt werden. Damit ist jedoch ein wichtiges Problem verbunden, das man nicht außer Acht lassen darf: so wird die Luft während der Kompression auf bis zu 1000 °C erhitzt. Dadurch kommt ein nicht unwesentlicher Teil der Energie, die erzeugt wurde, als Wärmeenergie abhanden. Da sich übliche Stahltanks für derart hohe Temperaturen nicht eignen, sieht man bislang eine Alternative in unterirdischen Hohlräumen als Speicher.

Während die junge Wissenschaftlerin ein altes Physikbuch las, stieß sie schließlich auf einen Ansatz, der sich als Lösung des Problems eignen könnte. Wenn Wasser in die Luft gesprüht wird, kühlt sich diese ab. Dies warf für Fong die Frage auf, warum man nicht während ihrer Verdichtung einfach Wasser in die Luft sprühen sollte. Wenn man eine Möglichkeit finden würde, das aufgeheizte Wasser im Anschluss daran wieder aus dem mit Pressluft gefüllten Tank herauszuziehen, könnte man diese Wärmeenergie sogar noch weiterverwerten. Schließlich konnte die Physikerin ein Verfahren entwickeln, mit dessen Hilfe dies gelingt und mit einem Wirkungsgrad von 70 Prozent äußerst effizient ist. Zur Vermarktung dieser Technik gründete die Forscherin in Berkley dann das Unternehmen LightSail Energy. Zu den Investoren zählt auch Vinod Khosla mit seiner Firma Khosla Ventures, seines Zeichens einer der renommiertesten Wagniskapitalgeber im High Tech-Industrie-Zentrum Silicon Valley.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>